Um eine möglichst sensitive MRD-Diagnostik bei soliden Tumoren zu ermöglichen, setzen wir einen hochsensitiven Assay auf Basis der Haystack MRD™-Technologie ein.
Der HPH-MRD-Test ist ein tumor-informierter ctDNA-Test, der speziell für den postoperativen Nachweis minimaler Resterkrankung (MRD) entwickelt wurde. Die zugrunde liegende Technologie stellt eine weiterentwickelte Version der Methode dar, die in den klinischen DYNAMIC-Studien eingesetzt wurde. Sie ermöglicht den Nachweis zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) selbst bei sehr niedrigen Resttumorlasten.
Hierfür wird aus Tumor-DNA eines Paraffinblocks (mit mindestens 30 % Tumorzellgehalt) eine Gesamtgenomanalyse (Whole Genome Sequencing, WGS) durchgeführt. Diese wird mit normaler DNA aus einer Blutprobe verglichen, um möglichst viele somatische, also tumorspezifische Mutationen zu identifizieren. Auf Grundlage dieses initialen Tumorprofils wird anschließend ein patientenspezifischer Test entwickelt.
Mit diesem individuellen Test wird zunächst an einer ersten Blutprobe die Tumorlast bestimmt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann die Tumorentwicklung mit demselben patientenspezifischen Test beliebig oft gemessen werden.
Die DYNAMIC-Studie ist die erste prospektive, randomisierte und interventionelle Studie, die den klinischen Nutzen von MRD-Tests als Grundlage für die adjuvante Therapieentscheidung belegt.
(Tie J, Cohen JD, Lahouel K, et al. Circulating tumor DNA analysis guiding adjuvant therapy in stage II colon cancer. N Engl J Med. 2022;386(24):2261–2272. doi:10.1056/NEJMoa2200075).
Für die initiale Analyse (MRD-Baseline) benötigen wir:
Für alle weiteren Messzeitpunkte (MRD-Verlauf) werden jeweils benötigt:
Bei Fragen zur Testung kontaktieren Sie uns bitte unter: mrd@hp-hamburg.de
Als Zytologie bezeichnet man die Untersuchung von einzelnen Zellen oder kleinen Zellverbänden; mikroskopisch wird beurteilt, ob eine Zelle unauffällig oder auffällig ist, insbesondere ob eine bösartige Veränderung vorliegt. Die Zellen stammen aus unterschiedlichen Körperregionen oder Organen und werden mittels unterschiedlicher Methoden entnommen.
Anhand des Untersuchungsguts findet eine Unterteilung der Zytologie in extra-gynäkologische Zytologie (z.B. Blut, Knochenmark, Liquor, Körperergüsse und Punktate aus diversen Organen) und gynäkologische Zytologie (Zervix-, Portio-, Vaginal- oder Vulvaabstrich) statt. Bei der gynäkologischen Zytologie steht das Screening im Rahmen der Früherkennung des Zervixkarzinoms im Vordergrund.
Aus Blut oder Knochenmark werden Ausstrichpräparate angefertigt, während die Zellen aus dem Liquor, den Körperergüssen und den Punktaten durch Zentrifugation angereichert und auf Objektträger aufgebracht werden (Zytospins). Bei der gynäkologischen Zytologie handelt es sich um Abstriche (sog. Exfoliativzytologie),die unter dem Mikroskop auf entzündliche und insbesondere dysplastische oder neoplastische Veränderungen sowie mittels modernster Geräte auf das humane Papillomvirus (HPV) untersucht werden.
Die gynäkologische Zytologie dient der mikroskopischen Beurteilung abgestrichener Zellen aus dem weiblichen Genitaltrakt – insbesondere der Ekto- und Endozervix und Vagina. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Prävention, Früherkennung und Verlaufskontrolle von zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN/LSIL und HSIL) und Karzinomen.
Unser erfahrenes Team aus zertifizierten Fachärztinnen und zytologisch technischen Assistenten steht Ihnen für Fragen gerne zur Seite, z. B. zu
Folgende Färbemethoden wenden wir an:
Die Immunhistochemie dient dazu, spezifische Strukturen auf den Zellen sichtbar zu machen, die es ermöglichen, auch äußerlich identische Zellen einem bestimmten Zelltyp zuzuordnen. Dazu werden Antikörper verwendet, die spezifisch an die gesuchten Strukturen binden und dann mit Hilfe sensitiver Detektionsmethoden sichtbar gemacht werden können.
In der Hämatopathologie dient sie vor allen Dingen dazu, die sehr ähnlich oder sogar identisch aussehenden, aber funktionell sehr unterschiedlichen Zellen sowohl des Immunsystems als auch der Blutbildung sicher zu identifizieren.
In der allgemeinen Pathologie lassen sich damit zum Beispiel auch die Zellen einer Metastase einem bestimmten Organ zuordnen. Damit kann der Primärtumor identifiziert werden.Die Immunhistochemie wird bei uns automatisiert durchgeführt.
Zur Visualisierung dient ein Polymer-basiertes Detektionssystem. Derzeit werden bei uns pro Tag ca. 600-700 verschiedene Färbungen mit Hilfe von über 150 verschiedenen Primärantikörpern bearbeitet.
Die FACS-Analyse dient der Differenzierung und exakten Unterscheidung von Leukozyten nach Funktion und Reifungsstadium sowie Charakterisierung von Antigenexpressionsmustern zur Abgrenzung maligner Zellen von gesunden Zellen in der Lymphom- und Leukämiediagnostik.
Wir bieten Ihnen außerdem die PNH-Diagnostik und Immunstatus-Messungen an.
Die konventionelle Histologie untersucht Gewebeproben, die operativ oder mittels einer Biopsie entnommen worden sind, um krankhafte Veränderungen festzustellen.
Dazu werden die Gewebeproben in einem aufwändigen Verfahren entwässert und in Paraffin eingebettet. Mittels eines Mikrotoms werden die entstandenen Blöcke in mikrometerdünne Schnitte zerlegt, die mit besonderen Färbetechniken gefärbt und dann unter dem Mikroskop analysiert werden können. Die Schnittherstellung am Mikrotom verlangt großes Geschick.
Während in der allgemeinen Pathologie häufig eine exakte Diagnosestellung mit Hilfe der konventionellen Histologie möglich ist, dient diese in der Hämatopathologie als Grundlage für weiterführende Untersuchungen, wie Immunhistochemie und gegebenenfalls molekulare Untersuchungen.
Bei einigen operativen Eingriffen ist es erforderlich, bereits während der Operation diagnostische Aussagen zum entnommenen Gewebe zu erhalten. Dabei geht es vor allen Dingen um die Abgrenzung von bösartigen Tumoren vom gesunden Gewebe.
Hier wird die Schnellschnitt-Histologie verwendet. Aus Zeitgründen wird auf das aufwändige Einbettverfahren verzichtet. Das Gewebe wird tiefgefroren, am Kryostat-Mikrotom bei –20°C geschnitten und im Schnellverfahren gefärbt.
Das Schnellschnitt-Verfahren ist weniger exakt als die Paraffin-basierte Histologie, erlaubt aber eine vorläufige Diagnose innerhalb von 10-20 Minuten. Die Schnellschnittdiagnose liefert dem Chirurgen wichtige Informationen für die weitere operative Strategie.
Folgende Färbemethoden wenden wir an:
Die In-situ-Hybridisierung (ISH) ist eine Methode zum Nachweis von spezifischen DNA- und RNA-Sequenzen direkt auf dem histologischen Schnittpräparat (in situ).
Die nachzuweisenden Sequenzen können virale RNA oder DNA sein oder auch Translokationen, Deletionen und Amplifikationen von humanen Genen beinhalten. Spezifische Sonden (= komplementäre DNA-Abschnitte) werden an die gesuchten Sequenzen gebunden und mit Hilfe diverser Färbemethoden im Zellkern sichtbar gemacht.
Chromogene Färbungen (CISH) werden bei uns für den Nachweis viraler RNA sowie von Genamplifikation verwendet, während Fluoreszenzfarbstoffe (FISH) derzeit hauptsächlich zur Detektion von Translokationen und Deletionen dienen.
Die Stärke der Methode liegt darin, dass sie es möglich macht, eine bestimmte genetische Aberration direkt der betroffenen Zelle zuzuordnen. Dadurch ist es möglich, z.B. bei Genamplifikation, einen Unterschied zwischen Tumor- und Normalgewebe zu detektieren.

Die Anzahl der molekularen Marker in malignen Erkrankungen mit diagnostischer und prognostischer Relevanz hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Diese Marker können beispielsweise zur Abschätzung der Wirksamkeit von zielgerichteten Therapien oder bei Differentialdiagnosen von schwer diagnostizierbaren Erkrankungen genutzt werden. Allerdings ist die Analyse einer immer größer werdenden Zahl an Markern arbeitsaufwendig und teuer, da mit klassischen Methoden wie z.B. der Sanger Sequenzierung nur eine begrenzte Anzahl Proben parallel sequenziert werden kann.
Die DNA-Sequenzierung ist heute eines der wichtigsten Instrumente in der Molekularpathologie. Für eine Vielzahl von Erkrankungen, insbesondere Krebs- und vererbbare Erkrankungen konnten Veränderungen in der Erbinformation (sogenannte Mutationen in der DNA) als wichtige Faktoren bei der Entstehung und Progression identifiziert werden. Solche Veränderungen lassen sich aufspüren, indem man eine Sequenzierung der DNA-Bereiche durchführt, von denen man weiß, dass sie eine wichtige Rolle in bestimmten Erkrankungen spielen.
Mit der Polymerase-Kettenreaktion (englisch Polymerase Chain Reaction, PCR) lässt sich DNA (Träger der genetischen Informationen) fast unbegrenzt vervielfältigen. Aus wenigen DNA-Molekülen lassen sich in kurzer Zeit Milliarden Kopien herstellen.
Damit ist es heute möglich winzigste DNA-Spuren nutzen zu können, z.B. an Tatorten („genetischer Fingerabdruck“), bei der Behandlung von Krankheiten (wenige Tumor- oder Bakterienzellen können für eine Diagnose reichen) oder bei Vaterschaftstests.
Die In-situ-Hybridisierung (ISH) ist eine Methode zum Nachweis von spezifischen DNA- und RNA-Sequenzen direkt auf dem histologischen Schnittpräparat (in situ).
Die nachzuweisenden Sequenzen können virale RNA oder DNA sein oder auch Translokationen, Deletionen und Amplifikationen von humanen Genen beinhalten. Spezifische Sonden (= komplementäre DNA-Abschnitte) werden an die gesuchten Sequenzen gebunden und mit Hilfe diverser Färbemethoden im Zellkern sichtbar gemacht.
Molekularpathologische Analysen können nicht nur an in Paraffin eingebettetem Material durchgeführt werden, sondern auch an frei zirkulierender DNA (ctDNA), die von in Apoptose befindlichen Tumorzellen abgesondert wird. Diese ctDNA kann aus Blutproben angereichert und sequenziert werden. Die von uns eingesetzte Hybrid-Capture-NGS-Technologie ist hochsensitiv und kann neben Mutationen auch Translokationen detektieren.
Im September 2023 hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) das neue Medikament Orserdu (Elacestrant) zugelassen. Anwendungsgebiet ist die Monotherapie zur Behandlung von postmenopausalen Frauen sowie von Männern mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach mindestens einer endokrinen Therapielinie, einschließlich eines CDK 4/6-Inhibitors, fortgeschritten ist. Damit besteht unmittelbar die Notwendigkeit, die ESR1-Mutation als Biomarker für das Ansprechen auf eine medikamentöse Therapie zu untersuchen. Die Zulassung sieht vor, dass die Testung dabei zwingend mittels Liquid Biopsy am Blut erfolgen muss.
Wir bieten eine Liquid-Biopsy-Diagnostik mit Hybrid-Capture-NGS-Technologie an, mit der sämtliche relevanten ESR1-Mutationen hochsensitiv mit einem validierten Assay detektiert werden können.
Wir führen seit vielen Jahren Next-Generation-Sequencing-basierte Paneltests an Liquid-Biopsy-Proben von Lungenkrebspatienten durch. Die Technologie kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn bereits ein gesichertes Lungenkarzinom vorliegt, aber nicht genug Gewebe für eine molekulare Testung zur Verfügung steht, oder das molekulare Profil des Tumors bei Resistenz gegenüber zielgerichteten Therapien analysiert werden soll. Eine Erstattung ist über Verträge zur besonderen Versorgung sowohl über das Lungennetzwerk Nowel (Nowel.org) oder nNGM über die Lungenkrebsmedizin Oldenburg möglich.
In der Liquid-Biopsy-Analytik, bei der die vom Tumor abgesonderte DNA sequenziert werden soll, ist es wichtig, dass die Blutproben nicht durch DNA von in der Probe enthaltenen Lymphozyten verfälscht werden. Daher ist es nicht möglich, die Analytik an regulären EDTA-Blutröhrchen durchzuführen. Die Blutproben müssen in speziell für die Liquid Biopsy vorgesehenen Blutentnahmeröhrchen versandt werden. Wir verwenden hierfür ausschließlich ctDNA-Röhrchen von der Firma Streck, die leider nur sechs Monate haltbar sind. Gerne schicken wir Ihnen auf Anfrage die entsprechenden Blutröhrchen zu (info@hp-hamburg.de oder telefonisch 040 707085-200).

Die molekulare Testung der Genomischen Instabilität ist seit der Zulassung von Olaparib plus Bevacizumab in der Erstlinien-Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem high-grade serösem Ovarialkarzinom eine Notwendigkeit geworden.
In normalen Körperzellen können DNA-Doppelstrangbrüche durch den Mechanismus der Homologen Rekombinations-Reparatur (HRR) fehlerfrei repariert werden. Ein Verlust dieser Fähigkeit durch Mutationen in den relevanten HRR-Genen wird als Homologe Rekombinations-Defizienz (HRD) bezeichnet.
Eine HRD kann sowohl durch somatische als auch durch Keimbahnmutationen in den BRCA1/2 Genen sowie weiterer HRR-Gene verursacht werden und resultiert in einer Genomischen Instabilität der Tumorzellen.
Für die Bestimmung des Genomischen Instabilitäts-Status (GIS) als Biomarker zur Abschätzung der Wirksamkeit von PARP-Inhibitoren bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom steht am HpH ein Next-Generation-Sequencing (NGS) basiertes Assay für eine Testung zur Verfügung.
Der NOGGO GIS Assay V1 wurde als akademischer Assay in Zusammenarbeit mit dem NOGGO e.V. (Nord-Ostdeutsche Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie) entwickelt und mit 383 Proben aus der PAOLA-1 Studie validiert. Die robuste Chemie das Assays ermöglicht bei geringer Fehlerrate die zuverlässige Bestimmung des HRD-Status aus minimal 40ng DNA einer Tumorprobe.
Die kürzlich auf den ASCO präsentierten und in Cancers publizierten Validierungsdaten (Citation: Willing, E.-M.; Vollbrecht, C.; Vössing, C.; Weist, P.; Schallenberg, S.; Herbst, J.M.; Schatz, S.; Jóri, B.; Bataillon, G.; Harter, P.; et al. Development of the NOGGO GIS v1 Assay, a Comprehensive Hybrid-Capture-Based NGS Assay for Therapeutic Stratification of Homologous Repair Deficiency Driven Tumors and Clinical Validation. Cancers 2023, 15, 3445. https://doi.org/10.3390/ cancers15133445) zeigen im Vergleich zum PAOLA-1 Studienassay nahezu identische Ergebnisse für PFS und OS bei zugleich geringen Ausfallraten:

PFS (A,B) and OS (C,D) data of 383 patients of the PAOLA-1 clinical trial analyzed with either Myriad MyChoice (cutoff ≥ 42) or the NOGGO GIS v1 assay (cutoff ≥ 83).

Subgroup analysis of patients successfully analyzed with the NOGGO GIS v1 assay for Figure 5. Subgroup analysis of patients successfully analyzed with the NOGGO GIS v1 assay for which no results with Myriad MyChoice could be obtained.
Der NOGGO GIS Assay V1 ist Teil eines modularen Labor- und bioinformatischen Workflows mit dem zusätzlich zum Genomischen Instabilitäts-Status weitere genomische Veränderungen bestimmt werden:
» Anforderung: bitte das Genpanel Ovarialkarzinom mit Genomische Instabilität (HRD) und BRCA1/2 anfordern