Nachweis von Zelloberflächenmarkern
Die Immunhistochemie dient dazu, spezifische Zellstrukturen, Proteine oder Marker in Gewebeproben gezielt sichtbar zu machen, die es ermöglichen, auch äußerlich identische Zellen einem bestimmten Zelltyp zuzuordnen. Dazu werden Antikörper verwendet, die spezifisch an die gesuchten Strukturen binden und dann mit Hilfe sensitiver Detektionsmethoden sichtbar gemacht werden können.
In der Hämatopathologie dient sie vor allen Dingen dazu, die sehr ähnlich oder sogar identisch aussehenden, aber funktionell sehr unterschiedlichen Zellen sowohl des Immunsystems als auch der Blutbildung sicher zu identifizieren.
In der allgemeinen Pathologie werden immunhistochemische Färbungen zum Nachweis von Markern eingesetzt, deren Expressionsstärke eine Vorhersage zur Wirksamkeit bestimmter Medikamente zulässt (sog. Prädiktive Biomarker). Mit der Immunhistochemie lassen sich außerdem die Zellen einer Metastase einem bestimmten Organ zuordnen, was zur Identifikation des Primärtumors beitragen kann. Die Immunhistochemie wird bei uns automatisiert durchgeführt.
Zur Visualisierung dient ein Polymer-basiertes Detektionssystem. Derzeit werden bei uns pro Tag ca. 600-700 verschiedene Färbungen mit Hilfe von über 150 verschiedenen Primärantikörpern bearbeitet.