Mikroskopische Gewebeuntersuchung als Basis der pathologischen Diagnostik
Die Histologie untersucht Gewebeproben, die operativ oder mittels einer Biopsie entnommen worden sind, um krankhafte Veränderungen festzustellen.
Dazu werden die Gewebeproben in einem aufwändigen Verfahren entwässert und in Paraffin eingebettet. Mittels eines Mikrotoms werden aus den entstandenen Gewebeblöcken mikrometerdünne Schnitte hergestellt, die mit besonderen Färbetechniken gefärbt und dann unter dem Mikroskop analysiert werden können. Die Schnittherstellung am Mikrotom verlangt großes Geschick.
Während in der allgemeinen Pathologie häufig eine exakte Diagnosestellung bereits mit Hilfe der konventionellen Histologie möglich ist, dient sie in der Hämatopathologie als Grundlage für weiterführende Untersuchungen, wie Immunhistochemie, Immunphänotypisierung und gegebenenfalls molekulare Untersuchungen.
Schnellschnitthistologie
Bei einigen operativen Eingriffen ist es erforderlich, bereits während der Operation diagnostische Aussagen zum entnommenen Gewebe zu erhalten. Dabei geht es vor allem um die Abgrenzung von Tumorgewebe von gesundem Gewebe.
Hier wird die Schnellschnitt-Histologie verwendet. Aus Zeitgründen wird auf das aufwändige Einbettverfahren verzichtet. Das Gewebe wird tiefgefroren, am Kryostat-Mikrotom bei –20°C geschnitten und im Schnellverfahren gefärbt.
Das Schnellschnitt-Verfahren ist weniger exakt als die Paraffin-basierte Histologie, erlaubt aber eine vorläufige Diagnose innerhalb von 10-20 Minuten. Die Schnellschnittdiagnose liefert dem Chirurgen wichtige Informationen für die weitere operative Strategie.